Meine Gedanken


 

 Meine Gedanken

 

August 2004

Seit unserer Hochzeit nehmen meine Gedanken an meine Mama kein Ende.

All die Jahre habe ich über materielle Dinge versucht die Verbindung mit ihr zu erhalten. Ich habe ihr Geschirr, Gläser, Blumen,.. aufbewahrt.

Wenn etwas davon zu Bruch gegangen ist, ist eine Welt zusammen gebrochen. Das war doch von meiner geliebten Mama, das kann doch nicht kaputt gehen.

Eine Blume von ihr stand auf unserer Treppe. Mein Mann hat vor kurzem einen Wäschekorb runter getragen und hat das Gleichgewicht verloren und wäre fast gestürzt. Dabei ist die Blume herunter gefallen. Mein erster Gedanke war nicht, hoffentlich hat er sich nicht weh getan, sondern, jetzt ist die Blume von meiner Mama kaputt.

Ganz viele Dinge, Gesagtes, Erlebtes, Gesehenes bringe ich mit Mama in Verbindung.

Meine Schwiegereltern haben uns vor kurzem für unser neues Auto ein Autoradio geschenkt. Ich habe mich gefreut, aber mein Gedanke war, meine Mama kann mir nichts mehr schenken und ich mußte weinen.

Vor einiger Zeit traf ich eine ehemalige Nachbarin die ebenfalls an Krebs erkrankt war auf dem Marktplatz in unserem Ort. Und während sie erzählte das sie wieder gesund ist, dachte ich mir: Damals war die Medizin noch nicht soweit, wäre Mama heute krank geworden, hätte sie vielleicht nicht sterben müssen. Und in dem Moment wo ich das Denke, spricht die Nachbarin es aus. Uns so stand ich weinend mitten auf dem Marktplatz.

Ich möchte sie soviel fragen. Wie war ich als Kind ? Hätte so gerne Erziehungtips für meine Söhne.

Wir haben uns eine Doppelhaushälfte gekauft. Ich würde so gerne von ihr das O.K. haben, hören das wir alles richtig gemacht haben.

Ich möchte zu vielen Dingen ihre Meinung hören.

Mit meiner Schwester kann ich nicht reden, auch das tut zu weh. Wenn wir es mal versuchen, weinen wir ganz schnell und können dann nicht weiter reden.

Ab Herbst werde ich eine Therapie machen, in der es hauptsächlich um Trauerarbeit / Abschied nehmen, gehen wird.

Ich bin total gespannt und kann  mir fast nicht vorstellen, dass dieser Schmerz der manchmal so weh tut das ich fast nicht atmen kann, irgendwann weniger und erträglicher wird.

Ich hatte vor vielen Jahren einen Traum. Meine Mama  ging über eine große, grüne Wiese mit vielen bunten Blumen. Sie ließ meine Schwester und mich zurück und stieg in einen Heißluftballon mit dem sie davon flog. Sie winkte uns noch ganz lange zu.

Ich weiß nicht wann ich diesen Traum hatte. Ob sie noch gesund war oder bereits Krebs hatte.

Ich weiß, dass ich diesen Traum noch in Duisburg hatte, also vor der Zeit im Schwarzwald.

Irgendwie macht mir das Angst. Ich habe in 2 Büchern ( "Wir treffen uns wieder in meinem Paradies" und  "Wenn der letzte Vorhang fällt") von ähnlichen Träumen gelesen. Ich finde das ganz schön unheimlich!!..

Und dann habe ich noch Angst ebenfalls an Krebs zu erkranken.  Ich will unbedingt meine Kinder aufwachsen sehen und mit meinem Mann noch viele glückliche Jahre verbringen.

Mama, ich vermisse Dich  sehr!! Du fehslt mir! Bist Du nun unser Schutzengel? Paßt Du auf uns alle auf? Ich habe Dich lieb!!..

                                                  

 

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