Trauerseminar 28.10.2005


Ich war vom 28.10.-30.10.2005 auf dem Trauerumwandlungsseminar von Dr. Jorgos Canacakis und bin wahnsinnig stolz auf mich!!!

Zu Beginn einige Mottos die im Seminarraum hingen:

"Ungesehene Tränen sind verlorene Tränen - Ungesehene Trauer ist umsonst."

" Gefühlssparschweinchen" - Wer kennt heute noch den Reichtum und die Vielfarbigkeit der Gefühle? Wenn wir überhaupt Gefühle spüren und zeigen dürfen, dann oft im Schmalspurformat oder als zerstörerischen Ausdruck. Mit solchen "Gefühlssparschweinchen" darf man Mitleid empfinden.

"Trauer ist das Gegenteil von Depression" - Wo lebendige Trauer gezeigt wird, hat es die Depression schwer. Mit Fühlen kann man dem Tod leichter begegnen.

"Ohne Trauer keine Power" - Trauerfähigkeit ist in uns angelegt und möchte als Sprache der Gefühle entwickelt werden. Wir lernen sie nur im Kontakt mit guten Vorbildern.

"Trauer loswerden" - Wir haben nichts davon die Trauer los zu werden. Im Gegenteil: Wir brauchen unsere gut entwickelte Trauerfähigkeit, um aktuell aufkommende Trauer umwandeln zu können. Denn täglich gibt es die Herausforderung des "Werdens und Vergehens".

"Selbstliebe und Selbstfürsorge" - Ich sorge für gute Gefühle in mir und für mich selbst. Ich lerne, mich zu mögen und zu lieben. So schließe ich Freundschaft zu mir. Ich werde mir zu einem Freund und Weggefährten. Gemeinsam mit Freund und Weggefährte sind wir dann die Nummer 1 beim Fühlen.

(Die restlichen habe ich leider nicht geschafft abzuschreiben)

 

Das beeindruckende Seminar war geprägt von verschiedenen Abschiedsritualen.

Ich habe gelernt das Gefühle Ausdruck brauchen. Sie dürfen nicht nach innen implodieren. Denn dies führt zur Depression.

Auch war es wichtig sich von "Wunschbildern" zu verabschieden. Sie sind nur in unserer Phantasie und nicht real. Ich muß die Situation nehmen wie sie ist.

Ich muß für mich sorgen und nicht für andere. MIR DARF ES GUT GEHEN!!! Denn dann geht es auch meinen Kindern gut. Sie sollen nicht dafür sorgen das es mir gut geht. So entstehen "Turbokinder", die ihre Bedürfnisse hinten anstellen. Das darf nicht sein. Das ist mißbrauch und macht unglückliche Kinder.

Unser Motto war: Einer für alle, alle für einen - und ICH FÜR MICH.

Wir haben in den 3 Tagen viel gemalt. Ganz wichtig war die belastenen und traurig machenden Ereignisse zu malen. So haben diese verschlossenen Gefühle Ausdruck bekommen. Wir haben diese Bilder vor uns auf dem Boden ausgerollt und allen ging es gut. Der Scheiß war raus. Dann haben wir ein Experiment gestartet. Wir haben die Ausdrücke/Bilder symbolisch wieder eingerollt und alte Symptome waren wieder da. Ich habe diese Einsamkeit wieder gespürt, hatte Rückenschmerzen und ganz wenig Platz zum Atmen. Als wenn jemand auf meinem Brustkorb sitzen würde. Als wir dann nach einigen Minuten von Jorgos aufgefordert wurden unsere Ausdrücke/Bilder wieder auszurollen, ließen die Symptome nach. Da sag ich jetzt mal nichts zu...............

Wir haben dann mit Jorgos und Mega - Food dem Trauerwesen "Tränchen" eine Reise in die Unterwelt gemacht und von den Toten Abschied genommen. Der Weg war schwer. Aber den Toten geht es gut dort. Für mich ist noch kein Platz da und ich bin wieder mit nach oben. Mama war mit allen Toten in einem See und es ging ihr gut. Der Abschied dort unten tat weh......

Im Anschluß haben wir ein weiteres Abschiedritual durchgeführt. Wir haben von den Toten und den Wunschbildern Abschied genommen. Wir haben mitgebrachte Erinnerungsstücke in die Mitte des Kreises gelegt. Ich hatte ein Foto von Mama und mein Poesiealbum mit. Anschließend hat jeder erzählt wen er mit in den Kreis bringt und welches Wunschbild. War ganz schön schwer..... Wir gaben unsere Wut , Enttäuschung zum Ausdruck gebracht. Weinen und Wut war so lebendig.

Dann kam der Abschied. Wir saßen alle im Kreis. Jorgos hatte schöne Musik ausgesucht und wir machten uns auf den Weg den Trauerberg zu besteigen. Mama war an meiner Hand, sowie meine Wunschbilder.Ich brachte sie auf ein wunderschönes Schiff und hielt ihre Hand. Jorgos begleitete uns und führte uns sanft an den Abschied. Mama bestieg das Schiff und sagte das es ihr gut geht und sie jetzt nicht mehr wieder kommt. Es sei Zeit Abschied zu nehmen. Jorgos forderte uns auf die Hände der Toten loszulassen und die Hände unserer Nachbarn zu nehmen. So waren wir sicher und nicht alleine. Das Schiff fuhr los. Die Atmospäre in dem Raum war überwältigend. Ich weinte und bin so dankbar für diesen Augenblick. Ich konnte mich nun endlich verabschieden, durfte und konnte weinen und war nicht alleine.Konnte nochmal eine "Beerdigung" erleben. Alles was damals nicht möglich war, war jetzt da. Ich konnte traurig sein. Links und Rechts neben mir saßen Menschen die meine Hand hielten und umgekehrt. Der Moment des Abschied nehmens war etwas ganz besonderes. Mir wurde kurz sogar schwindelig............Das ist eine Chance eine neue Identität zu entwickeln und das Loch der Leere zu füllen.

"Wir können uns auf die Mutter Natur, die Erde, verlassen. Sie wird uns bis zu unserem letzten Atemzug sicher tragen."

Der Höhepunkt war das Feuerritual.

"Liebe das Feuer und sorge dafür das es nicht ausgeht."

"Liebe das Wasser - ( Mutter Erde, sie besteht genauso zu 67 % aus Wasser wie der Mensch. Der Mensch entstand aus der Mutter Erde.

In einer Zeremonie haben wir nicht gelebte Zeit und ungelebte Gefühle umgewandelt. Ich habe die Bilder der Toten und meine Wunschbilder auf einen Zettel geschrieben und diese dem Feuer zur Umwandlung übergeben. Die Asche haben wir anschließend der Mutter Erde zurück gegeben, sodaß neues Leben entstehen kann.

Ich habe dem Feuer zur Umwandlung gegeben:

  • Wunschbild von glücklicher Familie als Kind
  • Bild von Vater, Oma und Mama
  • Wunschbild von Stiefvater und Geschwistern
  • Wunschbild von mir als einer perfekten Frau und Mutter

Auf einen 2.Zettel habe ich geschrieben was ich aus diesem Seminar mitnehme:

  • Ich sorge für mich
  • Mir darf es gut gehen
  • Ich möchte nicht das meine Kinder "Turbokinder" werden
  • Die Ausdrücke/Bilder
  • Abschied in der Unterwelt, Schiff und im Kreis
  • Chance auf ein neues Leben die innere Leere zu füllen
  • Tränchen als weiteren Wegbegleiter (als Stofftier)
  • Erfahrung nicht alleine gewesen zu sein und weinen zu dürfen 

 

Ich lebe jetzt und hier und spüre den Triumph des Augenblicks. Ich sehe, fühle, rieche, schmecke, bin lebendig und präsent. Es gibt eine gelebte Vergangenheit und das JETZT.

Für mein inneres Kind muß ich gut sorgen und es lieben.

Ich bin Jorgos so dankbar für diese 3 Tage. Ich durfte sein Lebenswerk kennenlernen. Dieser Mann ist mit seinen 70 Jahren mein Vorbild geworden. Wenn ich so alt bin, möchte ich auch noch so fit sein. DANKE....

Auch die Gruppe war große klasse. Jeder hat auf den anderen geachtet. Alle Gefühle waren erlaubt! Auch konnten wir miteinander lachen und tanzen. DANKE.....

Jetzt im Moment geht es mir gut, spüre neue Lebensenergie.Jemand der das nicht erlebt hat, kann das Geschehene sehr wahrscheinlich nicht nachvollziehen. Es war bewegend und beeindruckend.

 

Unser Kreis und die "Bühne" für das Feuerritual.

Zu 5. haben wir vorne auf der Decke gekniet und unsere Bilder der Toten und Wunschbilder dem Feuer übergeben.

(Das Zottelwesen ist übrigens Tränchen)

Hier noch mal der Kreis mit Erinnerungsstücken und Wunschbildern

Seine Homepage findet ihr unter "Linkliste".

 

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